Behörde prüft personalisierte Preise bei Walmart, Uber und Co
New York, 28. Okt (Reuters) - Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC fordert von WalmartWMT.O, UberUBER.N und sieben weiteren Unternehmen Auskunft über deren Preis- und Lohngestaltung. Die Firmen sollen offenlegen, ob und wie sie persönliche Daten wie Standort, Browserverlauf und Einkommen nutzen, um individuelle Preise, Löhne und Stellenangebote festzulegen, sagte ein hochrangiger FTC-Vertreter am Mittwoch.
Zu den betroffenen Anbietern gehören zudem TargetTGT.N, die Fahr- und Lieferdienste LyftLYFT.O, DoorDashDASH.O und InstacartCART.O sowie die Fluggesellschaften DeltaDAL.N, UnitedUAL.O und JetBlueJBLU.O. Die FTC will die Informationen für eine Studie nutzen, die dem Gesetzgeber und den Aufsichtsbehörden als Grundlage dienen soll. Der Vorstoß erfolgt kurz vor den US-Kongresswahlen in der kommenden Woche, bei denen die Lebenshaltungskosten für viele Wähler ein zentrales Thema sind.
Der Vormarsch algorithmischer Preisfindung und Künstlicher Intelligenz (KI) schürt die Sorge, dass Unternehmen für jeden Kunden den maximalen Preis berechnen, den dieser zu zahlen bereit ist. Da solche personalisierten Strategien von außen schwer zu durchschauen sind, will die FTC mit ihrer Untersuchung diese Wissenslücke schließen. In den vergangenen Jahren haben mehrere US-Bundesstaaten versucht, individualisierte Preise und algorithmische Lohnanpassungen zu verbieten. Der Einzelhandelsverband National Retail Federation verteidigt datengesteuerte Rabatte hingegen als Mittel zur Kundenbindung.
Der FTC-Vorsitzende Andrew Ferguson erklärte, personalisierte Preisgestaltung könne gegen Verbraucherschutzgesetze verstoßen, wenn die Kunden nicht damit rechneten. Ein generelles Verbot kann die Behörde nach eigenen Angaben jedoch nicht verhängen, da ihr dafür die rechtlichen Befugnisse fehlen.