Asiens Börsen geben nach - Tech-Ausverkauf und Zinssorgen belasten

Von Reuters News

- Ein massiver Ausverkauf bei US-Technologiewerten und geopolitische Spannungen haben die asiatischen Aktienmärkte am Freitag ins Minus gedrückt. Die japanische Börse hat schwächer tendiert. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index.N225 1,7 Prozent auf 61.825,26 Punkte nach, und der breiter gefasste Topix.TOPX notierte 1,8 Prozent niedriger bei 3.924,70 Zählern. Auch in China setzten sich die Verluste fort. Die Börse Shanghai.SSEC verlor 1,5 Prozent auf 3.604,76 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen.CSI300 fiel um 0,8 Prozent auf 4.003,00 Punkte.

In Japan belastete neben den schwachen US-Vorgaben auch die heimische Inflation die Stimmung. Die Kernteuerungsrate stieg im September auf 2,1 Prozent und übertraf damit das Ziel der Bank of Japan (BOJ), was die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinserhöhung erhöht. "Die Kerninflation dürfte sich aufgrund der steigenden Energiekosten durch den Nahost-Konflikt weiter beschleunigen", erklärte Masato Koike vom Sompo Institute Plus. Unter den Einzelwerten litten vor allem Chip- und KI-Titel. Zu den größten Verlierern gehörten Sumco3436.T mit einem Minus von fast neun Prozent. Gefragt waren hingegen defensive Werte: Aeon8267.T, Sapporo Holdings2501.T und Kikkoman2801.T verbuchten Gewinne von jeweils knapp vier Prozent.

Die chinesischen Märkte litten unter einer Kombination aus globaler Risikoaversion und geopolitischen Ängsten. Der CSI300.CSI300 ist seit seinem Höchststand im Juni um mehr als 20 Prozent eingebrochen und befindet sich damit in einem Bärenmarkt. Analysten der Bank UOB machten dafür drei Faktoren verantwortlich: "Ein sich vertiefender Ausverkauf bei KI-Technologieaktien, eskalierende Spannungen im Nahen Osten nach tödlichen Angriffen auf die Infrastruktur von Saudi Aramco und zunehmender Stress an den französischen Staatsanleihemärkten haben über Nacht eine scharfe Abkehr von Risiken ausgelöst." Investoren fürchten, dass eine platzende KI-Blase den Investitionsboom bremsen und die US-Wirtschaft schwächen könnte, was auch die asiatischen Exportnationen treffen würde.


Devisen

Im asiatischen Devisenhandel suchten Anleger angesichts der globalen Unsicherheiten nach sicheren Häfen, wenngleich der Yen nachgab. Der Dollar gewann 0,2 Prozent auf 157,02 Yen und legte leicht auf 6,6721 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückte er etwas auf 0,8211 Franken vor. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1213 Dollar und zog leicht auf 0,9207 Franken an.


Ölpreise

Am Rohstoffmarkt trieben Sorgen vor einer Eskalation im Nahen Osten die Preise auf den höchsten Stand seit fünf Monaten. Angriffe der Huthi-Rebellen in Saudi-Arabien schürten Ängste vor weiteren Unterbrechungen der Energieversorgung. Vor diesem Hintergrund verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,5 Prozent auf 113,70 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 0,6 Prozent fester bei 100,05 Dollar.


Wall Street

An der Wall Street hatte zuvor ein Ausverkauf im Technologiesektor die Kurse belastet, da Investoren die hohen KI-Ausgaben von Unternehmen wie MetaMETA.O und TeslaTSLA.O kritisch bewerteten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones.DJI hatte sich am Donnerstag kaum verändert bei 52.867,98 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500.SPX verlor 1,2 Prozent auf 7.663,43 Zähler, und der technologielastige Nasdaq.IXIC gab 2,6 Prozent auf 26.008,86 Stellen nach.

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