Asien-Börsen uneinheitlich: KI-Boom in Tokio trotzt Zinsängsten - China im Minus

Von Reuters News

- Die asiatischen Aktienmärkte haben am Donnerstag angesichts geopolitischer Spannungen und eines KI-Booms keine einheitliche Richtung gefunden. Die japanische Börse in Tokio.TSE hat fester tendiert. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index.N225 legte um 1,3 Prozent auf 65.883,41 Punkte zu, und der breiter gefasste Topix.TOPX notierte 0,1 Prozent höher bei 4.096,01 Zählern. In China gaben die Märkte hingegen nach. Die Börse Shanghai.SSEC verlor 0,6 Prozent auf 3.912,02 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen.CSI300 fiel um 0,9 Prozent auf 4.474,74 Punkte.

In Tokio sorgte die Vorstellung eines neuen KI-Geräts von MetaMETA.O für Kauflaune bei Technologiewerten. Der US-Konzern hatte das Handgerät "Meta Charm" präsentiert, was die Nachfrage nach Computerbauteilen anheizte. Zu den größten Gewinnern zählten CPU-Zulieferer wie Ibiden4062.T, Socionext6526.T, Meiko Electronic6787.T und Ushio6925.T, deren Aktien jeweils um mehr als zehn Prozent in die Höhe schnellten. Auch der Chipanlagenbauer Advantest6857.T stützte den Nikkei mit einem Plus von gut vier Prozent. "In den vergangenen Sitzungen haben sich chipbezogene Aktien tendenziell gegen steigende Renditen behauptet", sagte Kazuaki Shimada, Chefstratege bei IwaiCosmo Securities.

Die Rendite der zehnjährigen japanischen Staatsanleihe kletterte im Sog der US-Märkte auf 3,06 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit August 1996. Dies belastete Bankenwerte, die zu den Verlierern gehörten: Mitsubishi UFJ8306.T, Sumitomo Mitsui8316.T und Mizuho8411.T gaben zwischen 1,1 und 2,0 Prozent nach. Auf politischer Ebene stützte eine Einigung zwischen den USA und China auf eine Verlängerung der Zollruhe im Handelsstreit die Stimmung. Für Aufsehen sorgte zudem Honda7267.T: Der Autobauer plant einem Zeitungsbericht zufolge Investitionen von bis zu 2,53 Milliarden Dollar in ein neues US-Werk für Hybridfahrzeuge.


Devisen

Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,3 Prozent auf 157,82 Yen und legte leicht auf 6,7131 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent niedriger bei 0,8241 Franken. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1382 Dollar und gab um 0,1 Prozent auf 0,9380 Franken nach. Der Dollar-Index gab zwar leicht nach, profitierte aber grundsätzlich von seinem Status als sicherer Hafen angesichts der geopolitischen Risiken im Nahen Osten.


Ölpreise

Am Rohstoffmarkt gaben die Notierungen leicht nach, blieben aber wegen der Spannungen zwischen den USA und dem Iran auf einem hohen Niveau. Der iranische Präsident hatte zuvor erklärt, sich den Drohungen aus Washington nicht beugen zu wollen. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 0,8 Prozent auf 102,25 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 0,7 Prozent schwächer bei 91,47 Dollar.


Wall Street

Die Furcht vor weiteren Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed hatte die US-Börsen am Vortag belastet. Der US-Standardwerteindex Dow Jones.DJI hatte sich am Mittwoch mit einem Minus von 0,7 Prozent bei 51.511,59 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500.SPX verlor 0,8 Prozent auf 7.706,03 Zähler, und der technologielastige Nasdaq.IXIC gab 1,1 Prozent auf 26.936,04 Stellen nach. Fed-Gouverneur Michael Barr hatte zuvor signalisiert, dass zur Bekämpfung der hartnäckigen Inflation weitere Zinsschritte nötig sein könnten.

Capital Com ist ein reiner Ausführungsdienstleister. Das gegenwärtige Material ist als Marketingkommunikation zu betrachten und sollte nicht als Anlageanalyse oder Anlageberatung interpretiert werden. Jede auf dieser Seite abgegebene Meinung stellt keine Empfehlung von Capital Com oder seinen Vertretern dar. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der auf dieser Seite bereitgestellten Informationen übernehmen wir keine Zusicherung oder Gewähr. Wenn Sie sich auf die Informationen dieser Seite verlassen, tun Sie dies vollständig auf Ihr eigenes Risiko