Analystenkommentar stützt Rüstungskonzern Exosens - Rivalen ziehen nach
23. Sep (Reuters) - Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:
12.45 Uhr - Ein positiver Analystenkommentar zum französischen Rüstungsunternehmen ExosensEXENS.PA hat den Sektor trotz einer allgemein mauen Marktstimmung gestützt. Die Titel verteuern sich an der Börse in Paris um mehr als vier Prozent. Der europäische Sektorindex für Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung.SXPARO steigt um bis zu 1,6 Prozent und ist damit der stärkste Branchenindex. Er baut seine Gewinne jedoch größtenteils wieder ab und pendelt sich bei einem leichten Plus ein. In Frankfurt zählen die Titel von RheinmetallRHMG.DE und MTUMTXGn.DE mit einem Anstieg von knapp einem und gut einem halben Prozent zu den größten Gewinnern im Dax. Die jüngste Prognoseerhöhung bei Exosens sei nicht nur auf eine robuste Nachfrage zurückzuführen, sondern auch auf einen schneller als erwarteten Ausbau der Kapazitäten, schreiben die Analysten der US-Bank Bernstein. Dies deute darauf hin, dass das Wachstum derzeit eher durch die verfügbaren Kapazitäten als durch die Nachfrage begrenzt werde. Dem deutschen Triebwerksbauer MTU schreiben die Bernstein-Experten ebenfalls langfristiges Potenzial zu.
12.05 Uhr - Die Aussicht auf einen milliardenschweren Auftrag der Bundeswehr lässt Anleger der IT-Sicherheitsfirma secunet Security NetworksYSNG.DE jubeln. Die Aktien schießen nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters in der Spitze um 10,7 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als sieben Monaten. Die Bundesregierung will die Kommunikationsnetze der Bundeswehr mit neuer Verschlüsselungstechnik für bis zu 1,7 Milliarden Euro modernisieren, wie aus einer Reuters vorliegenden Vorlage des Finanzministeriums für den Haushaltsausschuss des Bundestages hervorgeht. Der Ausschuss soll demnach noch im Tagesverlauf grünes Licht für einen entsprechenden Rahmenvertrag mit Secunet geben. In einem ersten Schritt sollen Produkte im Wert von gut 100 Millionen Euro bestellt werden.
11.55 Uhr - Ein technischer Fortschritt und eine Partnerschaft in Südkorea geben den Aktien des US-Quantencomputer-Spezialisten IonQIONQ.N Auftrieb. Das Papier legt im vorbörslichen Handel an der Wall Street um zwölf Prozent zu. IonQ hat einen sogenannten Fehler-Decoder vorgestellt, der eine Echtzeitkorrektur von Rechenfehlern ermöglicht. Dem Unternehmen zufolge beseitigt die Innovation einen wesentlichen Engpass beim Bau fehlertoleranter Quantencomputer. Quantencomputer nutzen die Gesetze der Quantenmechanik, um Informationen exponentiell schneller zu verarbeiten als klassische Supercomputer. Da aktuelle Systeme jedoch einen Großteil ihrer Rechenleistung für die Fehlerkorrektur verwenden, bieten sie in der Praxis noch keinen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber herkömmlichen Rechnern. Zudem gab IonQ eine mehrjährige Partnerschaft mit dem südkoreanischen Technologieunternehmen SDT bekannt. Die Kooperation sieht die Installation eines Quantencomputers in Südkorea vor. Finanzielle Details nannten die Firmen nicht.
11.00 Uhr - Die Ernennung von Niclas Neglen zum Finanzchef beim Zahlungsabwickler AdyenADYEN.AS kommt bei den Anlegern nicht gut an. Die Titel des niederländischen Unternehmens geben um mehr als 2,5 Prozent nach und sind damit die größten Verlierer im Amsterdamer Leitindex.AEX. Neglen, der bisherige Finanzchef des Zahlungsdienstleisters KlarnaKLAR.N, soll den Posten bei Adyen zum 1. Februar 2027 antreten. "Er wird sich das Vertrauen der Anleger erarbeiten müssen", schreiben die Analysten der US-Investmentbank Jefferies. Sie verweisen auf die volatile Zeit bei Klarna während Neglens Amtszeit nach dem Börsengang. Das erkläre die eher negative erste Kursreaktion. Sein Vorgänger, Ethan Tandowsky, war im Mai überraschend von seinem Posten zurückgetreten.
09.55 Uhr - Anleger reagieren hocherfreut auf einen milliardenschweren Schadenersatz, den ein Wiener Gericht der Raiffeisen Bank International (RBI)RBIV.VI im Streit um in Russland eingezogene Gelder zugesprochen hat. Die Titel klettern um vier Prozent, nachdem das Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien der Bank und ihrer russischen Tochtergesellschaft am Dienstag Schadenersatz in Höhe von rund 3,15 Milliarden Euro zuerkannt hat. Mit dem Versäumnisurteil gegen die russische Gesellschaft Rasperia Trading will die RBI auf in Österreich liegende Vermögenswerte von Rasperia zugreifen. Die Aktie hat sich damit von dem jüngsten Kurssturz erholt, den Vorwürfe eines Leerverkäufers zum Russland-Geschäft ausgelöst hatten. Die RBI ist die größte westliche Bank, die noch in Russland tätig ist.
08.45 Uhr - Ein Medienbericht über Ermittlungen zu einem Datenleck in China drückt die Aktien von Alibaba9988.HK. Die in Hongkong notierten Papiere des Online-Händlers fallen um gut vier Prozent. Dem Portal "The Information" zufolge sollen DeepSeek und Moonshot sensible Daten an das KI-Modell Claude von Anthropic weitergeleitet haben. Vertreter von Alibaba sowie von Zhipu2513.HK, SenseTime0020.HK, MiniMax0100.HK und Xiaomi1810.HK seien zur Befragung vorgeladen worden. Es handele sich um sensible Daten des chinesischen Staates, der Polizei und des Militärs, die an US-Modelle weitergeleitet worden seien. Reuters konnte den Bericht nicht verifizieren. Die Unternehmen äußerten sich nicht auf Anfrage. Die Titel der zur Befragung eingeladenen Firmen geben bis zu sieben Prozent nach.
08.15 Uhr - Der Teilrückzug des Chemiekonzerns Wacker ChemieWCHG.DE macht der ehemaligen Tochter SiltronicWAFGn.DE zu schaffen. Die Titel des Wafer-Herstellers geben bei Tradegate gut fünf Prozent nach, nachdem Wacker am Dienstagabend 2,2 Millionen Siltronic-Aktien für 171 Millionen Euro bei institutionellen Investoren platziert hat. Dadurch sank die Beteiligung auf knapp 15 Prozent von zuvor 21,67 Prozent, wie das Unternehmen mitteilte. Die Papiere wurden zu 77,25 Euro pro Stück verkauft, das ist ein Abschlag von 6,6 Prozent auf den Xetra-Schlusskurs vom Dienstag. Wacker Chemie hatte bereits Ende Mai Anteile verkauft.
07.50 Uhr - Nachdem Saudi-Arabien Insidern zufolge den Betrieb seiner Ost-West-Pipeline zum Roten Meer wieder aufgenommen hat, sinkt der Ölpreis weiter. Die Nordseesorte Brent verbilligt sich um 1,4 Prozent auf bis zu 97,91 Dollar je Barrel. Die US-Sorte WTI gibt in der Spitze um zwei Prozent auf 88,71 Dollar nach. Auch der Irak steigere seine Ölexporte, erklärte Ölminister Basim Mohammed am Dienstag. "Der Markt beurteilt die globale Ölversorgungslage derzeit positiver als noch vor einigen Wochen", sagte Tim Waterer, Analyst bei KCM Trade. Zudem setzen Anleger auf eine diplomatische Lösung im Krieg zwischen den USA und dem Iran. Überraschend gestiegene US-Rohöllagerbestände drücken ebenfalls auf die Preise.