Air France-KLM fallen nach US-Strafe zu Irak-Flügen

Von Reuters News

- Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:


17.20 Uhr - Die Aktien von Air France-KLMAIRF.PA geben um mehr als drei Prozent nach, nachdem die USA wegen verbotener Flüge über dem Irak eine Geldstrafe in Höhe von 425.000 Dollar verhängt haben. Die US-Luftfahrtbehörde FAA verbietet US-Fluggesellschaften den Betrieb in ausländischem Luftraum, in dem Konflikte, militante Aktivitäten oder erhöhte Spannungen die Flugsicherheit gefährden können. Ausländische Fluggesellschaften, die Flüge unter dem Code einer US-Airline absolvieren, müssen sich ebenfalls an diese Verbote halten. Dem US-Verkehrsministerium zufolge haben Air France und KLM zwischen 2022 und 2025 etliche Male den gesperrten irakischen Luftraum durchquert, während sie unter einer Code-Share-Nummer von Delta Air LinesDAL.N flogen.


15.10 Uhr - Nach der Veröffentlichung detaillierter Studiendaten zu einem gemeinsam mit dem Partner MerckMRK.N entwickelten Hautkrebs-Impfstoffkandidaten geben die Aktien des US-Biotechkonzerns ModernaMRNA.O vorbörslich um 4,7 Prozent auf 193 Dollar nach. Damit setzt sich der Kursrutsch vom Donnerstag fort, als das Papier bereits rund 17 Prozent verloren hatte. Den Daten zufolge senkte der Impfstoff in Kombination mit dem Medikament Keytruda das Rückfall- oder Sterberisiko bei Hautkrebs um 42 Prozent. Analysten von Morningstar zufolge war der Aktienkurs nach der ersten Bekanntgabe erster Daten im August bereits zu stark gestiegen. Vor der Veröffentlichung hatte der Aktienkurs bei 63 Dollar gelegen, der Schlusskurs am Donnerstag lag bei 202,63 Dollar.


14.35 Uhr - Ein Umsatz unter den Markterwartungen hat die Aktien des US-Schuhherstellers Deckers OutdoorDECK.N einbrechen lassen. Die Titel des Konzerns, der unter anderem Sportartikel der Marke Hoka anbietet, fallen im vorbörslichen Handel an der Wall Street um 8,5 Prozent. Die deutschen Rivalen AdidasADSGn.DE und PumaPUMG.DE verlieren in Deckers' Sog 1,5 und ein Prozent. Deckers meldete für das vergangene Quartal einen Umsatz von 1,48 Milliarden Dollar. Analysten waren im Schnitt von 1,51 Milliarden ausgegangen. Als Grund nannte das Unternehmen aggressive Rabattaktionen von Konkurrenten. Die Werbeaktivität in den USA habe im Laufe des Quartals zugenommen, insbesondere bei Sportschuhen, sagte Konzernchef Stefano Caroti. Dies habe die Umsätze im Onlinehandel belastet, da Deckers an seiner Vollpreispolitik festgehalten habe. "Wir werden weiterhin der Sicherung der Margen und dem langfristigen Wert Vorrang geben, anstatt kurzfristigen Mehreinnahmen nachzujagen, die unsere Marken verwässern könnten", sagte Caroti.


14.15 Uhr - Der Quartalsbericht von American ExpressAXP.N hat die Anleger trotz einer angehobenen Prognose nicht überzeugt. Die Titel des US-Kreditkartenanbieters bröckeln im vorbörslichen Handel um zwei Prozent ab. Nach einem starken dritten Quartal rechnet American Express nun mit einem Gewinn zwischen 18,30 und 18,60 Dollar je Aktie für das Gesamtjahr, nach einer bisherigen Prognose von 17,30 bis 17,90 Dollar. "Die Überschrift klingt gut - Amex übertrifft die Gewinnerwartungen und hebt die Prognose für das Gesamtjahr an. Aber die Details sind uneinheitlich", schreiben die Analysten der US-Bank Truist. Die Anhebung des Ausblicks sei weniger ein Hinweis auf ein besseres viertes Quartal, sondern spiegele vielmehr die starken Ergebnisse des dritten Quartals wider. American Express profitiert weiterhin von der Ausgabefreude wohlhabender Kunden bei Reisen, Restaurantbesuchen und Einkäufen. Der Branchenriese richtet sich an Verbraucher mit hoher Kreditwürdigkeit und mehr verfügbarem Einkommen und schottet sich so gegen die breitere wirtschaftliche Abkühlung ab. Seit Jahresbeginn hat die Aktie dennoch mehr als zehn Prozent an Wert verloren.


14.00 Uhr - Die Aktien des französischen Autozulieferers ValeoVLOF.PA brechen um mehr als zwölf Prozent ein. Für das zweite Halbjahr peilt das Unternehmen nun ein Ergebnis auf dem Niveau des ersten Halbjahres an, nachdem es zuvor ein "mindestens" gleichhohes Resultat in Aussicht gestellt hatte. Der Konzern habe damit seine Prognosen für Marge und freien Cashflow implizit nach unten korrigiert, sagten die Analysten von TP ICAP Midcap. Im dritten Quartal sank der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 2,6 Prozent.


13.55 Uhr - Ein Medienbericht über einen möglichen Einstieg des Raumfahrtkonzerns SpaceX in den US-Mobilfunkmarkt belastet die Aktien der etablierten Anbieter. Die Papiere von T-Mobile USTMUS.O, AT&TT.N und VerizonVZ.N verlieren vorbörslich rund vier bis fünf Prozent. Zu den Gewinnern zählen hingegen die Infrastrukturanbieter. Die Aktien von Crown CastleCCI.N und American TowerAMT.N steigen um neun und sechs Prozent. SpaceX wolle sich für den Aufbau eines landesweiten Mobilfunknetzes den Zugang zu mindestens 80.000 Sendemasten sichern, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Der Raumfahrtkonzern von Elon Musk verhandelt demnach mit dem Mobilfunkinfrastruktur-Anbieter Crown Castle. Mit 80.000 Standorten würde das Unternehmen die Hälfte der im vergangenen Jahr in den USA betriebenen Mobilfunkmasten nutzen. Ziel sei es, ein vierter landesweiter Mobilfunkanbieter zu werden.


13.00 Uhr - Die Aktien des Labor- und Pharmazulieferers Sartorius setzen sich nach einem positiven Analystenkommentar an die Spitze der MDax.MDAXI-Gewinner. Die Papiere legen bis zu 2,4 Prozent auf 280,20 Euro zu. Die Analysten von RBC stuften die Titel auf "Outperform" von "Sector Perform" hoch. Sie begründeten den Schritt mit verbesserten Aussichten für die Firma, Prognosen für ein beschleunigtes Wachstum und potenziellen Vorteilen durch KI-gesteuerte Nachfrage. Künstliche Intelligenz entwickelt sich laut RBC zu einem wichtigen Motor in der Biopharmabranche und der akademischen Forschung, wovon Sartorius durch seine LPS-Sparte und sein Angebot an kleineren Bioreaktoren profitieren dürfte.


10.50 Uhr - Die Anleihemärkte der Euro-Zone haben sich am Freitag nach einer turbulenten Woche stabilisiert. Die Rendite der zehnjährigen französischen Titel fiel trotz schwacher Konjunkturdaten um drei Basispunkte auf 5,06 Prozent. Als Auslöser gilt eine Flucht von Anlegern in sichere Anlagen. Sorgen über die langfristige Profitabilität des KI-Geschäfts und dessen Auswirkungen auf das globale Wachstum haben die Renditen von US-Staatsanleihen in diesem Monat deutlich sinken lassen. Dies verschaffte zum Wochenschluss auch französischen Staatsanleihen eine kurze Atempause, deren Renditen zuletzt stark gestiegen waren. Auf Wochensicht ergibt sich jedoch ein anderes Bild: Hier legten die französischen Renditen um fast 28 Basispunkte zu, was den stärksten Zuwachs in der gesamten Euro-Zone darstellt. Im Gegensatz dazu fielen die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen in dieser Woche um 7,4 Basispunkte. Am Freitag notierten sie kaum verändert bei 3,342 Prozent. Die Risikoaufschläge für französische Staatsanleihen stiegen damit auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt.


10.40 Uhr - Sorgen über Lieferengpässe nach Huthi-Angriffen in Saudi-Arabien haben die Ölpreise am Freitag erneut in die Höhe getrieben. Nordsee-Rohöl der Sorte Brent und US-Leichtöl WTI verteuern sich um jeweils rund ein Prozent auf 113,95 und 100,54 Dollar je Fass (159 Liter). Brent steuert damit auf die dritte und WTI auf die zweite Woche mit Gewinnen in Folge zu. Am Donnerstag hatte Saudi Aramco2222.SE nach einem Reuters-Bericht die Evakuierung seines Hauptsitzes in Dhahran in Saudi-Arabien angeordnet. Grund dafür sind die sich zuspitzenden Auseinandersetzungen zwischen dem weltgrößten Rohölexporteur und den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen. "Die Märkte sind zunehmend besorgt über eine erneute Eskalation am Persischen Golf – ein Szenario, das die bisher robusten Ölflüsse bedrohen könnte", schreiben die Experten der niederländischen Großbank ING. "Entscheidend sind jetzt das Ausmaß der tatsächlichen Störung und die Zeit, die für die Wiederaufnahme des Betriebs benötigt wird", sagte Linh Tran, Analystin beim Broker XS.com.

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